Bei weichen Griffen an Reißverschlusskordeln für Taschen und Riemen für Bekleidung fallen häufig die beiden Namen TPU und TPE. Wichtig ist zunächst die Klärung: TPE ist die große Kategorie, TPU ist eine Unterklasse davon. Dieser Artikel richtet sich an Einkaufskunden und fasst die praktischen Unterschiede zwischen beiden in Bezug auf Konzept, Härte und Weichheit, Abrieb- und Wasserbeständigkeit, Anwendungskombinationen und Preisauskunft-Kommunikation zusammen, um Hin und Her bei der Materialauswahl zu reduzieren.

Zunächst die Begriffe klären: TPE ist die Oberklasse, TPU nur eine Klasse davon
Thermoplastische Elastomere (TPE) sind eine Materialklasse, die sowohl die Elastizität von Gummi als auch die Verarbeitbarkeit von Kunststoffen vereint; zu den gängigen Verarbeitungsverfahren zählen Spritzgießen und Extrusion. Nach ISO 18064 werden TPE in die Unterklassen TPU, TPS, TPV, TPC, TPA und weitere eingeteilt. Das, was Kunden als "TPE" bezeichnen, kann bei verschiedenen Lieferanten auf völlig unterschiedliche Materialien hindeuten; bei einer Anfrage sollte man daher möglichst die Unterklasse bestätigen, beispielsweise ob es sich um TPU oder TPS handelt.
TPU ist thermoplastisches Polyurethan und zeichnet sich vor allem durch hohe mechanische Festigkeit und gute Abriebfestigkeit aus; TPS ist ein thermoplastisches Styrol-Blockcopolymer mit einem sehr breiten Härtebereich und guter Beständigkeit gegenüber polaren Medien wie Wasser. Beide gehören zu den TPE, unterscheiden sich aber in ihrer Eigenschaftsausrichtung, sodass ein Preisvergleich nicht allein anhand des Namens "TPE" erfolgen kann.
Weichheit und Haptik: nach der konkreten Härtesorte beurteilen, nicht nach dem Kategorienamen
TPU und TPS sind jeweils in Type mit unterschiedlichen Härtegraden erhältlich. Bei einer Anfrage empfiehlt es sich, dem Lieferanten die Zielhärte oder das gewünschte Griffgefühl zu nennen und die verwendete Härteskala sowie den konkreten Typ zu bestätigen; eine Einstufung des Härtegrads allein nach der Materialkategorie ist nicht zulässig.
TPS wird häufig für Griffteile wie Handgriffe verwendet; das konkrete Griffgefühl ist anhand von Mustern zu bestätigen. Für Taschen und Bekleidungszubehör empfiehlt es sich, zusätzlich die Anforderungen an Griff, Reibung und Einsatzumgebung anzugeben und den Lieferanten anschließend einen konkreten Materialvorschlag unterbreiten zu lassen.
Abriebfestigkeit und Wasserbeständigkeit: Die beiden Materialklassen sind unterschiedlich ausgerichtet
Die Stärken von TPU sind mechanische Festigkeit und Abriebfestigkeit; es eignet sich für Bereiche mit wiederholter Reibung und Zugbelastung. Bei Kontakt mit Wasser und wässrigen Lösungen ist TPU jedoch anfällig für hydrolytischen Abbau, insbesondere bei höheren Temperaturen, was seinen Einsatz in langfristig feuchten Umgebungen einschränkt. TPS ist gegenüber polaren Medien wie Wasser und Säuren besser beständig, bei unpolaren Medien und in der Abriebfestigkeit ist Standard-TPS dem TPU jedoch in der Regel unterlegen.
Für Bereiche wie Outdoor-Rucksäcke oder Reißverschlusspositionen von Funktionsjacken, die Regen, Schweiß oder häufiger Reibung ausgesetzt sein können, muss die Materialauswahl Abriebfestigkeit und Wasserbeständigkeit gemeinsam abwägen und darf nicht nur einzelne Kennwerte betrachten. Ob ein konkreter Typ geeignet ist, ist weiterhin anhand der Empfehlung des Lieferanten und der Prüfung von Mustern zu klären.
Anwendungszuordnung: Dauerteile und Griffteile haben jeweils typische Einsatzbereiche
Typische Anwendungen von TPU umfassen Schläuche, Sportschuhe und Industriesohlen, Handyhüllen und mehr. TPS wird wegen seiner guten Fließfähigkeit und guten Haftung häufig im Mehrkomponentenspritzguss sowie für Griffe, Dichtungen und weitere Bauteile eingesetzt. Hier werden branchenübliche Anwendungen beschrieben; dies bedeutet nicht, dass DAWEI über sämtliche Fertigungskapazitäten für diese Anwendungen verfügt.
Im Bereich der Zutaten ist der Reißverschluss-Schnurzug ein gängiges Beispiel: Der Griff kann in thermoplastischen Elastomeren wie TPU/TPE bewertet werden, wobei die Materialauswahl nach Härte, Haptik und Formgebungsanforderungen erfolgt; das Ende ist mit einer geflochtenen Schnurschlaufe verbunden, um den Ziehbereich zu verlängern und das Greifen zu erleichtern. Reißverschlüsse des Hauptfachs, der Fronttasche und der Seitentaschen von Taschen sowie Reißverschlüsse an Jackenleisten und Jackentaschen können diese Bauform nutzen. Das Bild zeigt die Produktstruktur; es bedeutet nicht, dass dieses Modell bereits mit einem bestimmten Werkstoff ausgeführt wird.
Grenzen der Materialauswahl
Eine Materialbezeichnung nennt nur die ungefähre Kategorie und erlaubt keinen direkten Rückschluss auf Festigkeit, Lebensdauer oder Haptik eines bestimmten Zutatenteils. Rezepturen und Modifizierungsrichtungen können sich zwischen verschiedenen Lieferanten unterscheiden, und auch innerhalb derselben Unterkategorie sind Leistungsunterschiede möglich. Dieser Artikel vergleicht typische Eigenschaften auf Kategorieebene; für die konkrete Materialauswahl sind die Empfehlungen des Lieferanten und die beiderseits bestätigten Muster maßgeblich.
Häufige Fragen
Wie formuliert man bei einer Anfrage die Anforderungen klar, um Rückfragen und Nacharbeit zu reduzieren?
Zuerst das Einsatzumfeld, dann die Leistung, zuletzt Optik und Passung. Zum Einsatzumfeld gehören: ob es beregnet wird, ob es dauerhaft mit Schweiß oder Ölverschmutzung in Kontakt kommt, ob innen oder außen, und der ungefähre Temperaturbereich; zur Leistung gehören Härte/Weichheit, Rückfederung, Oberflächengriff und ob Abriebfestigkeit gefordert ist; zu Optik und Passung gehören Farbe, Oberflächenstruktur, Länge der Kordelschlaufe und die Art der Passung mit dem Loch der Reißverschluss-Zippergriffs. Wenn all dies auf einmal klar gesagt werden, kann der Lieferant konkrete Kategorien empfehlen, statt pauschal ein „TPE-Angebot“ abzugeben.
Allein anhand von Optik und Griff lässt sich TPE, Silikon oder Kautschuk kaum unterscheiden; man sollte den Lieferanten bitten, die Materialunterklasse ausdrücklich anzugeben, beispielsweise TPU oder TPS, und Härte sowie Griff anhand eines Musters zu bestätigen. Die Einsatzbereiche unterschiedlicher Unterklassen unterscheiden sich deutlich, die Angebote können abweichen; daher muss nach konkreter Typenbezeichnung angefragt werden, ein Preisvergleich allein nach Materialnamen ist nicht zulässig.
Für welche Zutaten- bzw. Zubehörteile eignen sich TPU bzw. TPS jeweils besser?
Nach den typischen Stärken der Werkstoffe tendieren Weichkunststoffteile, die abriebfest und zugfest sein müssen, eher zu TPU; für Teile, die weich in der Hand liegen und im Verbund mit Hartkunststoff umspritzt werden, ist TPS ein gängiger Kandidat. Diese Einschätzung beruht auf den üblichen Anwendungsausrichtungen beider Werkstoffklassen und ist kein verbindlicher Standard; letztlich entscheiden die konkrete Typenbezeichnung und das Verhalten des Musters.
Am Beispiel von Reißverschluss-Griffen: Griffstück, Öffnungsgröße, Verbindungsbereich, Abmessungen, Dicke, Farbe und Oberflächeneffekt lassen sich projektbezogen anpassen; das Material kann zwischen TPU und TPE abgewogen werden, Montagepassung und Fertigprodukt-Effekt richten sich nach dem freigegebenen Muster. Ist das Projekt dauerhafter Feuchtigkeit oder häufiger Reibung ausgesetzt, sollten diese beiden Punkte dem Lieferanten vorab mitgeteilt werden, damit er in der entsprechenden Kategorie eine geeignete Lösung findet.